Grüner Hahn goes east
Minsk/Schwerte
In einem Partnerschaftsprojekt mit der Stiftung Living Partnership hat das Umweltreferat der Evangelischen Kirche von Westfalen in vier weißrussischen Einrichtungen ein Umweltmanagement nach dem Vorbild des „Grünen Hahns“ eingeführt. Alle Beteiligten erfüllten die Anforderungen des Grünen Hahns und damit den Standard des Europäisches Umweltmanagementsystems EMAS II.
Beteiligt waren das Kinderzentrum Nadeshda, die Internationale Bildungs- und Begegnungsstätte (IBB) Minsk, die Dorfentwicklungsinitiative Komarowo sowie eine der größten orthodoxen Kirchengemeinden in Minsk. Dieses Projekt wurde von der Männerarbeit der EKvW initiiert.
„Wir sind stolz, dass zum ersten Mal in sozialen und kirchlichen Einrichtungen in Belarus, ein Umweltmanagementsystem realisiert werden konnte,“ so Pfarrer Klaus Breyer, Umweltbeauftragter der EKvW. „Die Teamarbeit bei der Entwicklung und Umsetzung des Grünen Hahns hat auch in den weißrussischen Einrichtungen viele Menschen begeistert und neue Ideen für den Umweltschutz hervorgebracht.“Der „Grüne Hahn“ wurde dabei zum „Weißen Storchen“, dem Symbol für Umwelt- und Naturschutz in Weißrussland schlechthin.
„Wir fragten uns am Anfang, ob eine Übertragung des Grünen Hahns auf weißrussische Einrichtungen möglich sein würde. Schnell haben wir gemerkt, dass bei den Mitarbeitenden eine sehr hohe Motivation für die Bewahrung der Schöpfung und Bereitschaft für eine systematische Umsetzung von Umweltschutz vorhanden ist.“ freut sich Hans-Jürgen Hörner vom westfälischen Projekt Der Grüne Hahn.
„Ein Netzwerk von Einrichtungen, die Umweltmanagement eingeführt haben, ist durch das Projekt entstanden, das gemeinsam seine Kompetenzen und Aktivitäten verstärkt. Dies ist auch ein wichtiger Impuls zum interkonfessionellen Dialog mit der orthodoxen Kirche“ meint Dr. Astrid Sahm, Direktorin des IBB. Wie das Kinderzentrum Nadeshda hat auch das IBB Minsk einen Schwerpunkt in der ökologischen Bildung. Beide Einrichtungen verbindet die Überzeugung, dass ein Engagement für die Opfer von Tschernobyl auch einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen erfordert. Das Umweltmanagement unterstützt beide Einrichtungen, dieses ökologische Engagement weiter auszubauen und zu verbessern. Auf die ökologische Entwicklung ländlicher Räume und die Förderung des ländlichen Tourismus setzt die Dorf-Initiative Komarowo, an der Grenze zu Litauen. Der „Weiße Storch“ hilft dem Dorf eine Vielzahl von Projekten auszubauen.
Dr. Alec Sivagrakov, Leiter der Arbeitsstelle von Living Partnership schaut bereits in die Zukunft. „ Wir wollen den Weißen Storch zu einem ähnlichen Markenzeichen für zivilgesellschaftlichen Einrichtungen weiterentwickeln, wie es der Grüne Hahn in der westfälischen Kirche ist.“ Der Verein plant seine Beratungstätigkeiten auszubauen und will auch Management-Zertifizierungen durchführen.
Unerwartet intensiv war die Unterstützung durch das weißrussische Umweltministerium. Das Minsker Ministerium unterstützte das Projekt mit seiner Fachkenntnis und zertifizierte schließlich die Einrichtungen nach dem internationalen Managementstandard ISO 14001ff - ein Beispiel guter Zusammenarbeit zwischen Staat und Zivilgesellschaft, dem weitere folgen sollten.


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